Der Microsoft Cloud Datendienst SkyDrive

Mit Windows 7 können Daten online in eine Cloud gespeichert, bearbeitet und versendet werden. Der Microsoft Cloud Dienst firmiert unter dem Namen SkyDrive. Was sind seine Funktionalitäten, Möglichkeiten und wie schneidet der Dienst im Vergleich zu anderen Anbietern ab? Wir haben uns SkyDrive ganz genau angeschaut.


Das Angebot des Microsoft Cloud-Dienstes unterscheidet sich auf den ersten, oberflächlichen Blick nicht von dem anderer Anbieter: Kunden erhalten mit SkyDrive ein Medium, welches Daten speichert und diese über verschiedene Geräte hinweg synchronisiert. Hervorzuheben ist, dass Microsoft dabei besonderen Wert darauf legt, dass SkyDrive auch von Smartphones aus zugänglich ist. Bei der heutigen Verbreitung von mobilen Devices und deren verbreitete Nutzung eine durchaus praxisnahe Überlegung. In neuen Windows 8 ist der Cloud Service bereits fest in das Betriebssystem integriert.

Microsoft mit neuen Features in der Cloud

Microsoft hat jedoch in den letzten Monat fleißig an seinem Service gearbeitet und bietet nun einige Features an, die ihn zu den anderen Anbietern aufschließen lassen, bzw. sogar abheben. Damit will der Software-Konzern stärker als bislang in Konkurrenz zu Dropbox treten und zudem auf das neue Angebot von Google (Drive) reagieren. Bislang konnten SkyDrive-Nutzer via Browser, Windows Phone 7 oder iOS-Hardware auf ihren Online-Speicher zugreifen, was kein Alleinstellungsmerkmal ist. Den bietet ein neuer Client, der SkyDrive nun sogar per Windows Explorer auf den Desktop bringt: Er unterstützt den Up- und Download von Dateien per Drag & Drop und bietet auch im Offline-Modus Zugang zu gespeicherten Inhalten.

Ähnlich wie Dropbox wird dafür ein zentraler Ordner verwendet, in dem die Daten lokal abgelegt werden. Der Desktop-Client läuft unter Windows Vista, Windows 7 und Windows 8. Es muss lediglich eine kleine Installationsdatei (4,9 MB) heruntergeladen werden und schon kann man die Software nutzen. Auch Apples Betriebssystem Mac OS X 10.7 (Lion) erhält ein eigenes Programm zur SkyDrive-Unterstützung. Damit sollte die Bedienung deutlich komfortabler werden. Wir werden die entsprechenden Installationsschritte später in diesem Artikel Schritt-für-Schritt beschreiben.

Zusätzlich zu dieser praktischen Desktop Erweiterung hat Microsoft erst im April diesen Jahres SkyDrive um weitere Funktionen erweitert und gleichzeitig sogenannte Preview-Versionen der dazugehörigen Anwendungen für Windows und Mac OS X veröffentlicht. Weitere attraktive Angebote sind der Speicher von SkyDrive, der seit dem 1.April 7 Gigabyte beträgt und kostenlos ist. Der eigene Cloud-Speicher kann gegen eine jährliche Gebühr vergrößert werden. Die Preise liegen bei 8 Euro für 20 GB, 19 Euro für 50 GB und für 37 Euro erhält man zusätzliche 100 GB.

Wie kann ich SkyDrive nutzen?

Die Nutzung, bzw. vorangehende Installierung von SkyDrive ist leicht und geht schnell:

Zuerst geht es zur entsprechenden Microsoft Live Seite: http://www.windowslive.de/Skydrive/

SkyDriver - Screen 1

Dort auf SkyDrive Herunterladen klicken.

SkyDrive - Screen 2

Die entsprechende App auswählen.

SkyDrive - Screen 3

Herunterladen und mit einem Doppelklick, auf das neu geladene Icon, die Installation von SkyDrive (4,9 MB) starten.

SkyDrive - Screen 4

Starten auswählen

SkyDrive - Screen 5

Mit der eigenen Windows Live ID anmelden. Wer keine hat, der kann sich auf der Seite Registrieren. Wer einen Hotmail-Account besitzt hat übrigens bereits eine Windows Live ID und kann diese hier eingeben.

SkyDrive - Screen 6

Nach der Anmeldung mit neuer oder alter Windows Live ID, findet man unter dem Punkt “Windows Live” die Option “SkyDrive”:

SkyDrive - Screen 7

Hier sieht man den eigenen Speicherplatz bei SkyDrive. Es können jederzeit neue Ordner angelegt und gelöscht werden und die Daten vom Rechner hoch- oder runtergeladen werden. Man kann sogar Office-Dokumente neu erstellen und bearbeiten

SkyDrive - Screen 8

Bei jedem neu erstellten Ordner können die Rechte, ob man nur allein Zugriff hat oder auch Dritte, festgelegt werden. Alternativ können auch E-Mail-Adressen eingeben werden, deren Empfänger dann eine E-Mail mit dem Link zu dem neuen Ordner erhält und dann auch nur zu diesem Zugang hat.

SkyDrive - Screen 9

Die Dateien vom eigenen Rechner, die in einen Cloud Ordner kopiert werden sollen, können vom Desktop oder Windows Explorer per Drag & Drop auf die Fläche im Webbrowser gezogen werden. Wahlweise kann man auch im Browser “wählen Sie Dokumente auf dem Computer aus” anklicken. Die ausgewählten Dateien werden dann nacheinander in den virtuellen Speicher geladen. Zu beachten ist, dass dabei Fotos unter Umständen auf eine neue Auflösung umgerechnet werden. Es sollte daher vorher ausgewählt werden, in welchem Format die Bilder gespeichert werden sollen. Zur Auswahl stehen “Original”, “Groß” (1600 Pixel Breite) oder “Mittel” (600 Pixel Breite). Außerdem dürfen die Dateien nur je 50 MB groß sein. Die Ordner wie Dateien können natürlich jederzeit auch wieder gelöscht oder bearbeitet werden.

Was bieten die Microsoft Office Web Apps?

Als einen weiteren besonderen Service bietet Microsoft die Office Web Apps an. Damit können aus Microsoft Office 2010 heraus Dokumente direkt in Microsoft SkyDrive und der persönlichen Cloud abspeichert, angezeigt und bearbeitet werden. Dabei muss man nicht einmal den gerade beschriebenen Prozess befolgen. Microsoft Word-, Microsoft Excel-, Microsoft PowerPoint- und Microsoft OneNote-Dokumente lassen sich mit Office Web Apps direkt in den virtuellen Speicher legen. So kann man, wenn auch in abgespeckter Version, die Office-Programme über das Internet öffnen, ohne dass das Programm auf dem anderen Rechner installiert sein muss. Man kann folglich mit jedem internettauglichen Gerät seine Dateien ansehen und einfache Bearbeitungsaufgaben ausführen. Ebenfalls möglich ist das Teilen der Dokumente mit anderen Benutzern und sogar eine gleichzeitige Bearbeitung in Echtzeit.

Wie nutze ich die Office Web Apps?

Es stehen zwei unterschiedliche Varianten zur Verfügung: Eine kostenpflichtige Variante für Unternehmen und eine kostenlose für Privatanwender mit einer Windows Live ID. Office Web Apps steht dann ebenso wie der Kalender und natürlich dem eben beschriebenen Skydrive im Rahmen der Live Services zur Verfügung.

Erstellt man ein neues Office-2010-Dokument, wahlweise mit Word, Excel oder auch mit Powerpoint auf seinem Rechner, kann dieses nun nicht nur lokal, sondern direkt auf dem Online-Festplattenspeicher abgelegt werden. Dazu muss im Office Dokument auf “Datei” und “Freigeben – Auf Skydrive speichern” ausgewählt werden. Nun den gewünschten Ordner auswählen, also beispielsweise “Eigene Dateien” (nur für eigenen Zugriff) oder “Öffentlich” (der Link zur Office-Datei, die in diesem Ordner liegt kann per E-Mail an alle gewünschten Zielpersonen gesendet werden). Schon liegt das Dokument in der Cloud. Das Dokument kann jederzeit geöffnet werden, auch wenn kein Office auf einem Rechner installiert ist. Ebenso können dort natürlich Dokumente erstellt werden, wenn kein Office vorhanden ist. Spezielle Funktionen, wie Seitenzahlen oder Fußnoten, kann man dort nicht nutzen. Die Online Versionen beschränken sich auf die Basis Versionen, dafür sind sie jedoch kostenfrei.

Unterschiede zwischen den Office Web Apps und Office 365

Das Angebot, die Vollversionen von Microsoft Office zu nutzen, gibt es natürlich auch und heißt Office 365. Es beinhaltet neben den Office Vollversionen noch Outlook, Kalender und Webkonferenzen. Mit Office 365 hat Microsoft gerade den Innovationspreis IT 2012 in der Kategorie Cloud Computing gewonnen. Angeboten werden Cloud Computing Lösungen für Privatpersonen oder Selbständige bis zu mittelständischen und großen Unternehmen. Hier hören dann allerdings die kostenfreien Angebote auf, das kleinste Paket Microsoft Office 365 (Paket P1) erhält man jedoch bereits für 5,25 € netto monatlich pro Benutzer. Schaut man sich die Gesamtkosten eines klassischen Kauf-Office Pakets an, ist die immer noch ein sehr interessantes Angebot.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Microsoft mit seinen Online Computing Services ein sehr interessantes Angebot bietet, bei dem viele Konkurrenten um ihre bisherigen Wettbewerbsvorteile zittern müssen. Hier noch eine kleine Übersicht über einige andere große Cloud Anbieter und ihre Features.

  Positiv Negativ Smartphone-Apps Desktop -Apps Web-App
Apple iCloud Sync mit allen Geräten mit der gleichen Apple-ID Nur 5 GB gratis, Erweiterung 10 GByte für 16 Euro, 20 GByte für 32 Euro, 50 GByte für 80 Euro in iOS integriert in iOS integriert, Windows verfügbar
  Direktes Streaming von mp3- und Filmdateien möglich Erweiterung nur jährlich kündbar      
Dropbox Synchronisierung sehr einfach Nur 2 GB kostenlos, Erweiterung 50 GByte für 75 Euro, +100 GByte für 150 Euro iOS, Android, BlackBerry Windows, Mac OS, Linux verfügbar
  Mehre Nutzer können an einem Dokument arbeiten Server stehen in den USA (= Zugriff von amerikanischen Behörden)      
Amazon clouddrive Keine Mindestlaufzeit bei Kostenlos-Variante Daten teilen nicht möglich iOS, Android Windows, Mac OS, Linux verfügbar
  Direktes Streaming von mp3-Dateien über Apps möglich Kostenpflichtige Gigabyte nur jährlich kündbar      
    Nur 5 GB kostenlos. Erweiterung bis zu 1000 GB möglich bei 0,06 ct/GB      
Google Drive Enge Anbindung an Google Docs Nur 5 GB Gratisspeicher, Erweiterung 25 GByte für 30 Euro, 100 GByte für 60 Euro iOS, Android Windows, Mac OS verfügbar
  Sehr gute und sinnreiche Suchfunktionalität        
Telekom-Cloud 25 GB Speicher gratis 100 GB-Maximalbegrenzung Android-, iOS, Windows Phone 7 Windows, Mac OS verfügbar
  35 GB für 4,99 € Keine Auto-Sync der Daten      
  Service monatlich kündbar Optimale Sync der Daten nur für Telekom-Kunden      
Livedrive 2000 GB für 9,95 € im Monat Keine Gratisversion iOS, Android, BlackBerry Windows, Mac OS, Linux verfügbar
  Sehr sichere Datenübertragung Daten teilen geht nur mit der “Briefcase-Version”      
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